Landrat Uwe Schulze kehrt an den Schreibtisch zurück
Uwe Schulze ist zurück an seinem Schreibtisch.
Foto: Stefan B. Westphal
aktualisiert am 04.09.2013 um 17:29:59

Landrat Uwe Schulze kehrt an den Schreibtisch zurück

Region (sbw). Seit Montag (2. September 2013) ist Anhalt-Bitterfelds Landrat Uwe Schulze (CDU) wieder im Dienst. Zumindest für einige Stunden kehrt er täglich an seinen Schreibtisch zurück.

Am Männertag dieses Jahres, am 9. Mai, verunglückte Schulze mit 1,42 Promille Alkohol im Blut auf einer Fahrradtour und verletzte sich schwer. Insgesamt musste er viermal operiert werden, je zweimal am Schädel und an der Brust.

Im Video: Landrat Schulze in Wort und Bild:



Der Verwaltungschef schilderte am 4. Septemnber gegenüber den Medien, wie es nun weitergeht. Zunächst steht führ ihn die Aufarbeitung des Hochwassers im Juni ganz oben auf der Tagesordnung.

Im kommenden März möchte er als Landrat wiedergewählt werden.

Gesundheitlich ist er noch nicht ganz wieder auf dem Posten. So trägt er noch eine Augenklappe, da er sonst Doppelbilder sieht. Dies soll sich jedoch in den nächsten Monaten bessern. Schulze versucht trotz Schmerzen zu scherzen: "Da muss ich mir über das nächste Faschingskostüm nicht so viel Gedanken machen, ich geh einfach als Pirat."

Während der Krankheit hat ihn die Anteilnahme aus der Bevölkerung beeindruckt und bewegt. Er dankt allen, die ihm die Daumen drückten oder ihn die ihn in ihre Gebete eingeschlossen haben. Insbesondere richtete er ein großes Dankeschön an die Leserinnen und Leser des Bitterfelder Spatz, die ihm in der Rubrik "Sorge um Uwe Schulze - Genesungswünsche für den Landrat" im Internet Genesungswünsche übermittelten.

Auch während der Krankheit war er gedanklich immer bei der Landkreisverwaltung, vor allem während des Hochwassers. Als ihn beispielsweise der Narkosearzt vor einer OP fragte, ob er noch etwas sagen möchte, bat Schulze ihn, im Katastrophenschutzstab anzurufen und nachzufragen, ob die Bundeswehr schon beordert wurde, und das die Kollegen den Lober-Leine-Kanal in Bitterfeld nicht vergessen sollen.

Aus seinem schweren Unglück zieht er jedoch auch das ein oder andere Fazit: Alkohol gehört nicht in den Straßenverkehr, beim Radfahren einen Helm tragen und für jeden Tag dankbar sein, den man gesund verbringt.

Das gegen ihn eingeleitete Strafverfahren wegen Trunkenheit im Straßenverkehr hatte die Staatsanwaltschaft Dessau eingestellt. In der Begründung heißt es, dass der Unfall auch einem nüchternen Radfahrer hätte passieren können.


Landrat Uwe Schulze kehrt an den Schreibtisch zurück