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Landes- und Bundespolitiker  auf der Seite des Unternehmens
Während die Meinungen in der Lokalpolitik gespalten sind, zielen die Aussagen Bundes- und Landespolitiker in eine Richtung.
Foto: Jens Mattern
aktualisiert am 23.11.2012 um 12:28:53

Landes- und Bundespolitiker auf der Seite des Unternehmens

Bitterfeld (jm.) Noch immer hängt das Damoklesschwert über der Zukunft des „real,-“ am Standort in der Bitterfelder Anhaltstraße. Bleibt das Warenhaus auch nach 2015 der Stadt erhalten? Die Positionen haben sich sowohl auf Seiten des Unternehmens wie auch auf Seiten der Stadt bisher nicht geändert. Der Bitterfelder Spatz fragte auch bei den Landespolitikern der Region sowie beim Vertreter im Bundestag nach deren Meinung zur aktuellen Situation und wie weiter zu verfahren sei.

Jan Korte (Mitglied des Bundestages, Die Linke)
Ich sehe die Entwicklung mit großer Sorge und hoffe, dass sich „real,-“ dazu entschließt, den Standort zu halten. Nachdem Aldi bereits geschlossen hat, wäre es für die umliegenden Menschen – auch in Greppin – eine weitere Verschlechterung der Nahversorgung. Konkret würde ich vorschlagen, zu einem Gipfel der Stadt mit den Gewerbetreibenden aus der Innenstad, „real,-“ und den noch ansässigen Märkte einzuladen, um Möglichkeiten des Erhalts und der Weiterentwicklung auszuloten. Selbstverständlich stehe ich selber auch für Gespräche zur Verfügung.
Bundespolitisch muss endlich für mehr Kaufkraft bei den Menschen vor Ort gesorgt werden. Auch um den Einzelhandel in Bitterfeld-Wolfen zu stärken, brauchen wir den Mindestlohn, damit die Menschen schlicht mehr kaufen können. Dafür engagiere ich mich. Wichtig ist, dass alle Gewerbetreibenden, die Stadt, die Landes- und Bundespolitik an einem Strang ziehen: Über die Parteigrenzen hinweg. Es geht auch um die Lebensqualität der Region und die konkrete Rettung von Arbeitsplätzen.

Lars-Jörn Zimmer (Mitglied des Landtages, CDU)
Der Umbau „real,-“ ist im Rat mehrheitlich abgelehnt worden. Ich habe mich für einen Umbau positioniert. Dabei bleibt es, denn dieser Standort ist da und gefährdet anderes nicht. Die Sortimentsbeschränkung macht es auch dem Aldi-Standort (Fachmarktriegel) daneben schwer. Es besteht die von mir schon immer erwähnte Gefahr des kompletten Verfalls dieses Standortes in doppeltem Sinn - Verlust einer qualitativen Einkaufseinrichtung und Verfall durch Leerstand.
Das dürfen wir nicht hinnehmen!
Die Fachmarktaufteilung des ehemaligen Praktiker ist die entscheidende Lösung in Verbindung mit dem Aufheben der Sortimentsbeschränkung für beide Bereiche, denn die leeren Flächen hätten bereits mehrfach vermietet werden können. Wenn die Stadt nicht so bockig wäre, hätte sich auch Aldi halten lassen, man wollte nur einige Quadratmeter mehr, die durch die Verwaltung vehement abgelehnt wurden und mit Ratsbeschluss erkämpft werden mussten. Der Verweis aufs Zentrenkonzept durch die Stadt ist nicht korrekt. Denn der Standort Anhaltstraße ist ein wichtiger überregionaler Handelsstandort, mit Bedeutung für die Funktion als Mittelzentrum. Laut Konzept ist dieser zu erhalten und nicht zu Tode zu schwächen.

Dagmar Zoschke (Mitglied des Landtages, Die Linke)
Wer die Nutzerströme zum Einkaufsmarkt „real,-“ – unabhängig ob zu Fuß, per Rad, Auto oder öffentlicher Nahverkehr- betrachtet, kann nicht ernsthaft die Bedeutung dieses Einkaufsmarktes für die Stadt Bitterfeld-Wolfen und für die gesamte Region in Zweifel ziehen. Besonders wichtig  erscheint mir auch die fußläufige Erreichbarkeit für die Bewohnerinnen und Bewohner der Anhaltsiedlung und der Ortschaft Greppin.
Die Stadt ist gut beraten, wenn sie mit dem Einzelhandelskonzept im Kopf Gespräche mit „real,-“ führt, um den Standort attraktiv und dauerhaft zu sichern. Es geht dabei nicht nur um den Erhalt der bestehenden Arbeitsplätze, sondern auch um zukünftige. Nur im Miteinander aller Beteiligten ist Entwicklung in der gemeinsamen Stadt möglich.

Herbert Hartung (Mitglied des Landtages, CDU)
Der Einzelhandelsstandort „real,-"-Anhaltsiedlung befindet sich – im Gegensatz zu anderen Großmärkten – in einer exponierten Lage. Während Einkaufszentren häufig vor den Toren der Stadt anzutreffen sind, ist „Real“ ein Bindeglied zwischen Greppin und Bitterfeld. Er wird daher von den Einwohnern beider Ortsteile besucht. Darüber hinaus kommen Kunden aus dem Umland. Aus diesem Grund bin ich für den Erhalt des Standortes. Für mich ist er nicht außerhalb der Stadt, sondern mittendrin. Für den Fall, dass Konzepte der Stadtverwaltung der vorgesehenen Entwicklung in und um „real,-“ nicht oder nur teilweise entsprechen, verweise ich auf den Willen der Bürgerinnen und Bürger. Kommunalpolitik ist dann gut und erfolgreich, wenn sie sich nicht verselbstständigt, sondern dem Wohl der Einwohner dient. Die Lösung kann nur sein, von den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung und dem Stadtrat Augenmaß und Kompromissbereitschaft einzufordern.

Landrat Uwe Schulze (CDU) sowie Sachsen-Anhalts Justizministerin Prof. Dr. Angela Kolb (SPD) wollten sich nicht äußern. Der Bitterfelder Spatz wird weiterhin sein Augenmerk auf die Entwicklungen am Standort Anhaltstraße richten. Derzeit gibt es zur Problematik noch keine neuen Termine seitens der Stadt.
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