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Das richtige Bremsen auf nasser Fahrbahn im Einsatzfahrzeug wurde unter anderem beim Fahr-sicherheitstraining geübt.
Foto: STEFAN JULIUS
aktualisiert am 01.11.2013 um 12:26:31

Training für den Ernstfall

Sandersdorf-Brehna (stj.) Wenn die Funkmeldeempfänger der Feuerwehr Alarm melden, muss alles sehr schnell gehen, denn jede Sekunde kann über Leben und Tot entscheiden. Dem entsprechend stehen auch nach der Alarmierung die Einsatzkräfte der Feuerwehr unter einem enorm hohen Druck.

Auf der Fahrt zum Einsatz müssen mit den Einsatzfahrzeugen rote Ampeln oder dichte Verkehrsaufkommen. Andere Verkehrsteilnehmer sind nicht immer Rücksichtsvoll, wenn sich Rettungskräfte mit Blaulicht und Signalhorn nähern. Egal bei welcher Witterung, ob bei Regen, Schnee oder Eis, die Fahrer müssen ihre Einsatzfahrzeuge immer hundertprozentig unter Kontrolle haben.

Das ist aber nicht immer der Fall, denn nach einem schweren Verkehrsunfall in Sachsen-Anhalt starben vor Jahren mehrere Feuerwehrleute, die mit ihrem Löschfahrzeug auf dem Weg zum Einsatz fuhren. Dieser schwere Unfall war ausschlaggebend dafür, dass der Landesfeuerwehrverband Sachsen-Anhalt ein Fahrsicherheitstraining für Maschinisten der Feuerwehr ins Leben rief.

Günther Helbig (56), Inhaber der Fahrschule Helbig in Zörbig, ist seit über 40 Jahren in der Feuerwehr  und seit über 25 Jahren Fahrlehrer. Er ist einer von zwei nebenberuflichen Fahrsicherheitstrainern in ganz Sachsen-Anhalt, die berechtigt sind dieses Fahrsicherheitstraining durchzuführen.

An vielen Wochenenden im Jahr bildet er Ehrenamtlich die Fahrer der Einsatzfahrzeuge aus. „Ich musste extra eine einmonatige Ausbilderschulung machen, obwohl ich schon seit über 25 Jahren Fahrlehrer bin. Das Ausbildungsniveau wurde vom deutschen Verkehrssicherheitsrat festgelegt und es entspricht dem vom ADAC-Sicherheitstraining.

Die Problematik ist, dass die Maschinisten meist über fehlende Fahrerfahrung verfügen, weil die meisten von ihnen auch beruflich keinen LKW fahren und die Feuer-wehrfahrzeuge sind außerdem ganz anders gelastet. Diese sind immer mit einer Vielzahl von wichtigen Ausrüstungsgegenständen voll beladen und reagieren unteranderem ganz anders als ein nur wenig beladener LKW.

Das Fahrsicherheitstraining dient zur Sicherheit zur Fahrt zum Ernstfall, denn die Fahrer haben auf der Fahrt zum Einsatz die Verantwortung für acht Kameraden mit“, so Fahrlehrer Günther Helbig. Vor kurzem führte er mit 16 Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr Sandersdorf-Brehna auf dem Gelände eines Einkaufsmarktes in Brehna ein solches Fahrsicherheitstraining durch.

Freiwillige Zusatzschicht

„Ich mache das Sicherheitstraining mit den Kameraden zum 4. Mal, das Ganze ist freiwillig, aber leider ist die Feuerwehr Sandersdorf-Brehna die einzige Feuerwehr im ganzen Landkreis Anhalt-Bitterfeld mit der ich das mache. Ich bin überall in ganz Sachsen-Anhalt unterwegs und führe diese Lehrgänge ehrenamtlich durch. Das ist ganz wichtig und kann sogar Leben retten, denn oft wird im Stress falsch reagiert. Zum Fahrsicherheitstraining gehören zwei Stunden Theorie und danach haben wir heute das Fahren im Slalom, das richtige Bremsen sowie das Ausweichen bei hoher Geschwindigkeit geübt.   

Danach wurden die Manöver noch bei Nässe sowie simulierten Aquaplaning mit und ohne ABS geübt. Manche ältere Einsatzfahrzeuge besitzen noch kein Antiblockiersystem, deswegen üben wir das", erklärt Fahrsicherheitstrainer Günther Helbig. Am Ende war er mit den Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr Sandersdorf-Brehna sehr zufrieden. „Das Sicherheitstraining müssten nur mehr Kameraden wahrnehmen, auch diejenigen die schon viele Jahre ein Einsatzfahrzeug führen“, ergänzt Helbig am Ende.

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