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Der Altar wird in Reupzig aufgestellt (von links: Restauratorin Angela Günther, Restaurator Timm Scharge, Pfarrer Lutz-Michael Sylvester)
Foto: Kirche
aktualisiert am 09.04.2014 um 18:25:05

Neue Heimat für gotischen Flügelaltar

Köthen (red). Ein gotischer Flügelaltar aus dem 16. Jahrhundert hat seit kurzem in der Dorfkirche Reupzig bei Köthen eine neue Heimat gefunden. Der um 1500 hergestellte Altar stand bis Anfang des 20. Jahrhunderts in der nahe gelegenen Kirche Kleinbadegast, die mittlerweile eine gesicherte Ruine ist. Seit 1912 befand er sich als Dauerleihgabe im Historischen Museum Köthen, das im Herbst 2013 an die Evangelische Landeskirche Anhalts herantrat, um den Altar seiner ursprünglichen Bestimmung zu übergeben. Hintergrund waren die klimatischen Verhältnisse im Museum, aber auch eine geplante neue Dauerausstellung, für die Platz benötigt wird.
 
Gemeinsam mit der Eigentümerin des Altars, der Kirchengemeinde Großbadegast, einer Restauratorin, den Denkmalbehörden und dem landeskirchlichen Bauamt wurden Aufstellungsmöglichkeiten geprüft. Da die Großbadegaster Kirche über einen eigenen Flügelaltar verfügt, kam sie als Standort nicht in Frage. Eine gute Möglichkeit wurde hingegen im nahe gelegenen Reupzig gefunden, im Bereich der Landgemeinde St. Christophorus Quellendorf. Die Dorfkirche Reupzig wurde kürzlich baulich gesichert, der Innenraum entsprechend historischer Befunde instandgesetzt und neu gefasst. Hier konnte der provisorische Altar durch einen neuen Altarblock aus Sandstein ersetzt werden, auf dem der Kleinbadegaster Flügelaltar nun seinen Platz gefunden hat. „Das ist ein ganz bewegender Moment für unsere Kirchengemeinde“, sagte der Quellendorfer Pfarrer Lutz-Michael Sylvester. „Der Kleinbadegaster Altar passt wunderbar in die Reupziger Kirche“, betonte Restauratorin Angela Günther. Künftig sollen mit der Großbadegaster Gemeinde auch gemeinsame Gottesdienste in Reupzig gefeiert werden. Offiziell geweiht werden soll der Altar am 18. Mai in einem Festgottesdienst.
 
Zu sehen sind in dem geschnitzten Schrein des Altars ein Papst, der Heilige Sebastian und der Heilige Andreas (von links). Die gemalten Seitenflügel zeigen in offenem Zustand, also in der so genannten „Feiertagsansicht“, links die Heilige Katharina und rechts die Heilige Barbara. In geschlossenem Zustand (Werktagsseite) sind links der Heilige Christophorus und rechts die Heilige Dorothea zu sehen. Die konservatorischen Maßnahmen am Altar in Vorbereitung des Transports wurden von der Restauratorin Angela Günther aus Dessau vorgenommen, die bauliche Vorbereitung lag in den Händen des Architekturbüros Girke aus Halle. Die Finanzierung der Arbeiten übernahm die Evangelische Landeskirche Anhalts.
 
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