Wasser verlangt Respekt
Im Bereich bis zu 100m ober- und unterhalb von Brücken, Wehren und Hafeneinfahrten sowie im Schleusenbereich gilt in natürlich fließenden Gewässern wie die Elbe und Mulde ein allgemeines Badeverbot.
Foto: STEFAN JULIUS
aktualisiert am 20.06.2014 um 13:49:30

Wasser verlangt Respekt

Anhalt-Bitterfeld /Dessau(red/stj).Die sommerlichen Temperaturen laden geradezu ein ins kühle Nass zu springen, um zu baden, plantschen und abzutauchen. Doch die tragischen Ereignisse der jüngsten Vergangenheit zeigen, dass die Risiken an Flüssen, Kanälen und anderen Badestellen oft unterschätzt werden. Bademeister, Nichtschwimmerbecken oder Rettungsvorrichtungen sind an diesen unbeaufsichtigten Badeorten nicht vorhanden.

Zwar darf jedermann die natürlichen fließenden Gewässern wie die Elbe und Mulde zum Baden nutzen, doch im Bereich bis zu 100m ober- und unterhalb von Brücken, Wehren und Hafeneinfahrten sowie im Schleusenbereich gilt ein allgemeines Badeverbot. Auch an den Fähren der Elbe gilt diese weitreichende Einschränkung!

Die Elbe ist ein viel befahrener Schifffahrtsweg. Für Schwimmer ist sie daher ausgesprochen gefährlich. Man sollte nie die Strömungsverhältnisse und die Sogwirkung bei Schiffen unterschätzen. Durch vorbeifahrende Schiffe kann ein so starker Sog entstehen, dass dieser den Badenden die Beine weg reißt und in den Fluss treibt.

Auch zwischen den schmalen in die Elbe ragenden Landzungen, den sogenannten Buhnen, können sich Strudel und Unterströmungen bilden, die selbst geübte Schwimmer nach unten in den Tod ziehen. Kommt dann noch Panik auf oder vorheriger Alkoholkonsum dazu, lässt sich ein Unglück nur selten vermeiden. Jeder sollte bedenken, dass ein Sprung in ein unbekanntes Gewässer von Brücken, Kaianlagen oder sonstigen Uferbefestigen schwerwiegendste Verletzungen nach sich ziehen kann.

Durch die Trübung des Gewässers ist man nicht mehr in der Lage zu sehen, was sich unter der Wasseroberfläche verbirgt und wie tief es an dieser Stelle ist. Abhängende Äste, Steine und Felsen sind Hindernisse, die beim Flussbaden beachtet werden müssen.

Auch bei Schwellen, Schleusen und anderen Flussverbauungen lauern Gefahren, weil sie oft starke Wirbel, Walzen und Saugströmungen verursachen. Um einen ungefährlichen Badespaß entspannt genießen zu können, sollte jeder Schwimmbäder oder zum Baden freigegebene Seen aufsuchen. Schwimmen ist gesund, stärkt Herz und Kreislauf und ist für jede Altersgruppe zu empfehlen.

Außerdem sollte jeder bedenken, dass eine Seepferdchen-Stufe für Kinder lediglich nachweist, dass das Kind 25m ohne Schwimmhilfe schwimmen kann. Frühschwimmer sollten nie unbeaufsichtigt sein. Sie sollten keine längeren Strecken ohne Begleitung zurücklegen, da ihre Ausdauer im Schwimmen noch nicht vorhanden ist.