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Dem Lehrertraum ein Stück näher kommen
Das Spanisch-Wörterbuch ist natürlich in Griffnähe, wenn es für den Bitterfeld-Wolfener Tobias Köppe (26) für neun Monate ins spanische Salamanca geht, um dort Schülern die deutsche Sprache zu vermitteln.
Foto: Ronny Ballstädt
aktualisiert am 19.09.2014 um 15:12:26

Dem Lehrertraum ein Stück näher kommen

Bitterfeld-Wolfen (red/rb).  Tobias Köppe sitzt an seinem Schreibtisch vor einem großen Berg an Dokumenten und stöhnt:

"Der Aufbruch selbst ist nicht das Problem, wohl aber der ganze bürokratische Papierkram." Doch bleibt ihm letztlich nichts anderes übrig, als die Zähne zusammenzubeißen und alles fein säuberlich zu ordnen, abzuheften und vorzubereiten.

Denn der Thalheimer hat Großes vor. Er wird ab Oktober ein Dreivierteljahr im spanischen Salamanca verbringen und dort als pädagogischer Fremdsprachenassistent an einer Privatschule arbeiten.

"Beworben habe ich mich hierfür bereits Ende des vergangenen Jahres", berichtet Köppe. Der schriftlichen Bewerbung folgte ein Auswahlgespräch im Januar, die Zusage kam Ende Mai.

Obwohl er eigentlich an der Universität Leipzig Französisch und Spanisch studiert, wird seine eigentliche Aufgabe eine andere sein: "Ich werde in Spanien Deutschunterricht geben. Muttersprachler werden dort mit Vorliebe genommen" Dass die Wahl seiner Wirkungsstätte auf Salamanca fiel, freut den 26-Jährigen besonders, da ihm die Stadt von einem früheren Auslandsaufenthalt bereits gut bekannt ist. Köppe: "Salamanca besticht durch einen einzigartigen Mix aus traditioneller Architektur und modernem Stadtleben und ist sogar Weltkulturerbe der UNESCO." Was die Unterkunft angeht, übt er sich momentan noch in Geduld.

Er sondiere derzeit vereinzelte Wohnungsangebote, sei jedoch zuversichtlich, spätestens kurz vor Abreise etwas Passendes gefunden zu haben: "Eine Wohngemeinschaft mit Spaniern wäre mir am liebsten." Die Entscheidung, sich in Spanien zu bewerben, kam nicht von ungefähr. Köppe:

"Dank der Städtepartnerschaft mit Villefontaine konnte ich in den vergangenen Jahren zahlreiche Kontakte in Frankreich knüpfen und pflege diese, auch in sprachlicher Hinsicht. Das Spanische geriet dabei immer etwas zu kurz. Dies möchte ich nun ändern."

Zwar verdiene er als Fremdsprachenassistent auch Geld, aber Köppe wiegelt sofort ab: "Reich wird man dadurch nicht. Aber darum geht es auch gar nicht. Die menschlichen und kulturellen Erfahrungen sind unbezahlbar." Tobias Köppe ist in der hiesigen Region kein Unbekannter. Man kennt ihn durch diverse Moderationen und sein Mitwirken im Amateurtheater Wolfen. Dass seine Leute nun auf ihn verzichten müssen, bedauert er. "Aber es ist kein Abschied für ewig, ich komme ja wieder", versichert er.

Bis Ende Mai 2015 läuft sein Vertrag in Salamanca. Köppe bekennt demütig: "Ich bin mehr als dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe. Vor 25 Jahren wäre solch eine Freiheit, wie wir jungen Leute sie heutzutage haben, noch unvorstellbar gewesen." Und fügt mit schelmischem Grinsen hinzu: "Neben meiner Arbeit freue ich mich natürlich auch auf die leckeren Tapas und jene spanischen Schönheiten, die sie servieren."
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