„Das Brot schützen und teilen“
Eröffnung der Aktion „5000 Brote“ für Sachsen-Anhalt und Thüringen mit Landesbischöfin Ilse Junkermann (Mitte), Kirchenpräsident Joachim Liebig (rechts), Dr. Joachim Vogel (3.v.r.), Pfarrer Stephan Grötzsch (2.v.l.) sowie Konfirmandinnen und Konfirmanden.
Foto: Killyen / Landeskirche Anhalts
aktualisiert am 06.10.2014 um 17:48:49

„Das Brot schützen und teilen“

Dessau-Roßlau (red). Nach einem Erntedankgottesdienst ist am 5. Oktober in der Dessauer Auferstehungskirche die Aktion „5000 Brote“ für Sachsen-Anhalt und Thüringen eröffnet worden. Bis zum 1. Advent (30. November) sind Konfirmandinnen und Konfirmanden in ganz Deutschland aufgerufen, Brote zugunsten von Jugendbildungsprojekten zu backen. In der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und der Evangelischen Landeskirche Anhalts beteiligen sich 900 Konfirmanden in 50 Konfirmandengruppen. Sie werden rund 1.500 Brote backen. Zum Auftakt hatten am Sonnabend Konfirmanden in der Dessauer Bäckerei Lantzsch die Brotherstellung hautnah miterleben können.
 
Eröffnet wurde die Aktion „5.000 Brote“ von Ilse Junkermann, Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in  Mitteldeutschland, dem anhaltischen Kirchenpräsidenten Joachim Liebig und Dr. Joachim Vogel vom Landesinnungsverband des Bäckerhandwerks in Sachsen-Anhalt. Den Gottesdienst gestalteten unter anderem auch die Dessauer Kreisoberpfarrerin Annegret Friedrich-Berenbruch, der für die Konfirmandenarbeit in Anhalt zuständige Pfarrer Stephan Grötzsch sowie Konfirmandinnen und Konfirmanden aus Dessau.
 
Landesbischöfin Junkermann würdigte die Aktion „5000 Brote“ und betonte: „Jugendliche lernen, das Brot zu schützen, indem sie begreifen, wie es gemacht wird. Und indem sie teilen, lassen sie sich auf Gerechtigkeit hin ansprechen.“ Kirchenpräsident Liebig hob hervor: „Das Erntedankfest erinnert mit der Aktion ‚5000 Brote‘ an eine alte Handwerkstradition von zentraler Bedeutung und die weiterhin andauernde Ernährungsnot in Teilen der Welt. Verordnete Dankbarkeit über unser Wohlergehen wird es nicht geben können. Einen Moment der Nachdenklichkeit über unseren Wohlstand und seine Quellen können die Konfirmandinnen und Konfirmanden mit ihrer Aktion jedoch bewirken. Nicht zuletzt lernen mit diesem Projekt junge Menschen einen der traditionsreichsten Handwerksberufe der Menschheitsgeschichte kennen.“ Joachim Vogel sagte: „Oft genug wird vergessen, welchen Wert Nahrung hat – die Aktion ‚5000 Brote‘ tritt dieser Haltung entgegen. Wenn gerade Jugendliche, die unsere Gesellschaft bald mitgestalten sollen, für den Wert des Brotes sensibilisiert werden, dann ist das ein großer Gewinn.“
 
Die von Konfirmandinnen und Konfirmanden gebackenen Brote werden bei Gottesdiensten oder Veranstaltungen in den Kirchengemeinden verkauft. Der Erlös kommt Kinder- und Jugendbildungsprojekten in Kolumbien, Bangladesch und Ghana zugute. Das Titelmotto „5.000 Brote“ nimmt Bezug auf die biblische Geschichte von der Speisung der Fünftausend. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden lernen aber nicht nur etwas über die Herstellung und die biblische Bedeutung des Brotes, sondern beschäftigen sich auch mit Fragen der Gerechtigkeit, der Bildung und der Lebenswirklichkeit von Gleichaltrigen in anderen Teilen der Welt.

Mehr Infos unter: www.5000-brote.de