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Wenn die Hornisse  zum Problemfall wird
Hornissen suchen ihr Nest in den kleinsten Löchern oder Ritzen wie zum Beispiel im Mauerwerk oder einem Holzstapel.
Foto: STEFAN JULIUS
aktualisiert am 21.08.2016 um 17:51:14

Wenn die Hornisse zum Problemfall wird

Anhalt-Bitterfeld/Wolfen (stj). Sie stehen unter Naturschutz, weil sie als natürlicher Schädlingsbekämpfer zum Beispiel Blattläuse oder Raupen fressen und in den letzten Jahren immer seltener in der Natur werden.

Und doch können Hornissen für den ein oder anderen im Alltag zum Problemfall werden.

Spätestens dann, wenn spielende Kinder ungeahnt auf ein Hornissennest treffen und diese sich, weil es bei ihnen so in der Natur liegt, angegriffen fühlen und somit verteidigen wollen. Hohlräume wie zum Beispiel Mauselöcher in der Erde, Löcher oder Ritzen im Mauerwerk von Gebäuden – sie suchen sich ihre Nester an den verschiedensten Stellen. So gibt es natürlich auch freihängende Hornissennester an Bäumen oder Lichtmasten.

Wenn dann also Hornissen zum Problemfall werden, informiert der Wolfener Herbert Mahler (80), ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter des Landkreises Anhalt-Bitterfeld und Mitglied im Bitterfelder Imkerverein.

„Vorab muss allerdings erklärt werden, dass Hornissen zu einer Art aus der Wespenfamilie zählen, die unter anderem auch verwandt sind mit der Honigbiene, den Hummeln oder Ameisen. Deswegen sind in den Verhaltensweisen auch verschiedene Parallelen vorhanden. So bilden Hornissen sogenannte soziale Völker und Wespenarten sind vereinfacht gesagt Fleischfresser“, erklärt der Naturfreund. „So überwintert bei den Hornissen als einziges die Königin. Sie erwacht etwa Mitte April bis Mitte Mai aus ihrer Winterstarre. Die Hornissenkönigin muss sich dann auf Deutsch gesagt Futter auf den Rippen anfressen und einen Nistplatz suchen, so wie oben im Text schon aufgezählt in den verschiedensten Hohlräumen, die man sich nur denken kann“, erläutert Herbert Mahler weiter.

„Nach erfolgreicher Suche baut die Hornissenkönigin ein Mini-Nest mit etwa sechs bis zehn Zellen. Für die erste Zeit muss sich die Königin also ganz allein um die sechs bis zehn Eier, den Nestbau und die Ernährung kümmern“, erklärt der Naturfreund.

Nach etwa vier Wochen schlüpfen dann die ersten Arbeiter und die Hornissenkönigin kann sich immer mehr zurückziehen und mit dem Eierlegen beschäftigen. Danach wird das Nest nach und nach größer. Wenn dann ein Hornissennest entdeckt wird,  weil die natürlichen Schädlingsbekämpfer also in größerer Anzahl auftreten den Menschen stören bzw. für ihn zur Bedrohung wird, gibt es das Hornissennest bereits schon seit Wochen“, so Mahler weiter.

„Dann sollte keiner auf eigene Faust handeln, sondern als erstes das Ordnungsamt in seiner Stadt oder Gemeinde informieren. Denn beim Versuch der Abhilfe in Eigenregie können Unfälle entstehen bis dahin, das sogar die Feuerwehr anrücken muss. Das Ordnungsamt beurteilt dann, ob eine Gefahr besteht. Bei Gefahr verständigt das jeweilige Ordnungsamt dann die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Anhalt-Bitterfeld. Dort wird dann fachliche Rücksprache mit meiner Person gehalten. Denn ich bin der ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte des Landkreises Anhalt-Bitterfeld. Es erfolgt dann mit der nötigen Schutzausrüstung eine Besichtigung des Hornissennestes egal ob am Tage oder in der Nacht“, so der Naturschutzbeauftragte Herbert Mahler.

„Mit der Schutzausrüstung entferne ich auch das Hornissennest, welches dann zum Beispiel in den Wald ausgesiedelt wird. Das kommt sehr oft vor und dafür bin ich der richtige Ansprechpartner“, so der Naturfreund. „Dazu muss allerdings noch gesagt werden, dass Hornissenstiche nicht tödlich sind für den Menschen. Allerdings könnten bei Stichen im Mundraum die Atemwege zuschwellen und somit zum Erstickungstod führen, wenn keine schnelle ärztliche Hilfe verfügbar ist. Zudem könnten bei Allergikern die Symptome auf Hornissen verschieden sein. Vermieden werden sollte möglichst das Schlagen nach Hornissen, denn schnelle Bewegungen könnten sie als Angriff deuten und dadurch aggressiv werden. Sie sind außerdem sehr schnell lernfähig im Bezug auf ihren „Gegner“. Sollte sich eine mal bei Dunkelheit in die Wohnung verirren, so ist das Licht auszuschalten und das Fenster geöffnet bleiben, denn Hornissen fliegen gegen das Licht“, rät Herbert Mahler abschließend.
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