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Sowas kommt nicht  jeden Tag vor
Die evangelische Kirche in Greppin wurde im Herbst 2013 von einem Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei gestürmt
Foto: STEFAN JULIUS
aktualisiert am 01.07.2017 um 17:51:24

Sowas kommt nicht jeden Tag vor

Bitterfeld-Wolfen/ Muldenstein/Werben (stj). Recht und Ordnung gehören auch in der Region Bitterfeld-Wolfen zum Alltag. Allerdings verhält sich auch hier in der Region nicht jeder nach dem Gesetz und es werden täglich Straftaten begangen. Diese werden zudem auch jährlich in einer Kriminalstatistik festgehalten. Neben den Straftaten des Alltags gibt es allerdings Fälle, die aus dem Alltag herausstechen, weil sie so in der Art und Weise nicht jeden Tag geschehen.

Der Bitterfelder Spatz sprach mit Peter Ziehm (57), dem Leiter des Revierkommissariats in Bitterfeld-Wolfen, über außergewöhnliche Fälle aus den letzten 25 Jahren.

Peter Ziehm ist seit Anfang der neunziger Jahre mit einigen Unterbrechungen Polizist in Bitterfeld-Wolfen und seit 2012 ist der Bitterfelder Kriminalist sogar der Leiter des Revierkommissariats in Bitterfeld-Wolfen. Der Bitterfelder Polizeichef erinnert sich an einige außergewöhnliche Fälle:

Betrüger in Muldenstein
So wurde gleich am Anfang der neunziger Jahre ein Bürger aus dem „Westen“ Deutschlands im damaligen Kinderheim in Muldenstein als „Sponsor“ vorstellig. Er nistete sich damals mit der Absicht, das Kinderheim wohl finanziell unterstützen zu wollen, dort ein. Der vermeintliche Sponsor war allerdings ein Dieb und Betrüger, der die dortigen Mittel nur für sich nutzen wollte und hier außerdem in der Region sein Unheil treiben wollte.  Der anfängliche Schein blendete wohl nicht lange, sodass der Dieb und Betrüger schnell überführt werden konnte.

Falscher Notarzt unterwegs
Auch in den neunziger Jahren trieb ein falscher Notarzt sein Unheil. Der vermeintliche Arzt spazierte mit seinem Notarztkoffer in Notarztkleidung zu diversen Autohäusern in der Region, um diese um ihre Autos zu prellen. Allerdings konnte er die Polizei, dem Freund und Helfer,  nicht lange täuschen. So musste der falsche Notarzt bald seinen Arztkittel mit Handschellen und gesiebter Luft hinter Gittern tauschen.

Mastbesetzer von Werben   
Im Jahre 2007 hielt die Polizei im Zörbiger Ortsteil Werben ein Mann in Atem, der einen etwa 22 Meter hohen Sendemast besetzt hatte. Aus Protest gegen den Vollzug eines ausstehenden Haftbefehls wegen Betruges verschanzte er sich dort in einer Behausung aus Glas und Holz etwa zwei Wochen lang. Danach konnte er allerdings den Masten unauffällig verlassen und vor der Polizei vorerst untertauchen. Etwa ein halbes Jahr später ging der Mastbesetzer von Werben den Gesetzeshütern letztendlich doch ins Netz.

SEK-Einsatz in Greppin
Im Herbst 2013 hielt ein zur Fahndung ausgeschriebener Mann aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld die Polizei in Atem. Der bereits verurteilte Straftäter war untergetaucht, weil er eine Haftstrafe antreten sollte. Als Höhepunkt löste der zudem bewaffnete und flüchtige Straftäter den Einsatz von einem Sondereinsatzkommando (SEK) in Greppin aus. Das SEK stürmte sogar die dortige Kirche, allerdings vergebens. Selbst der Einsatz von Fährtenhunden führte nicht zum Fahndungserfolg. Allerdings hatte die Flucht wenig später  ein Ende, denn dort lief der Gesuchte den Kollegen ins Netz. Der SEK-Einsatz in Greppin führte allerdings noch im Nachhinein zu großer Kritik von der evangelischen Kirche. Im Gotteshaus selbst entstanden glücklicherweise keine bleibenden Schäden.

Flüchtlinge auf dem Revierkommissariat betreut
Im Herbst 2015 hatten Flüchtlinge eine Zug-Notbremsung in einem Sonderzug auf dem Weg zur Registrierung und Erfassung nach Berlin auf freier Strecke zwischen Greppin und Wolfen ausgelöst. Dabei haben einige Flüchtlinge den Zug auch verlassen. Etwa 50 Flüchtlinge wurden von der Bitterfeld-Wolfener Polizei wieder aufgegriffen und zur extra auf dem Revierkommissariat Bitterfeld-Wolfen eingerichteten Sammelstelle gebracht. Dort wurden sie natürlich auch versorgt, denn die Leute hatten Hunger. Der Landrat griff für die Verpflegung sogar auch noch in die eigene Geldbörse.

 
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