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Ein wichtiger  kultureller Motor
Für viele Dessauer und Besucher aus der Region ein Pflichttermin: Das traditionelle Eröffnungskonzert zum Spielzeitauftakt vor dem Anhaltischen Theater.
Foto: Claudia Heysel
aktualisiert am 25.08.2017 um 15:01:30

Ein wichtiger kultureller Motor

Dessau (red). Noch vor der Sommerpause hatte Generalintendant Johannes Weigand gemeinsam mit den übrigen künstlerischen Leitern des Hauses und Verwaltungsdirektor Lutz Wengler den Spielplan für die Spielzeit 2017/18 vorgestellt.

Dr. Robert Reck, Beigeordneter für Kultur und Wirtschaft der Stadt Dessau-Roßlau, betonte auf der Pressekonferenz:  „Ich bin wirklich begeistert, was die vier Sparten des Hauses mit den Ressourcen, die wir zur Verfügung haben, an Programm aufgestellt haben. Die Stadt Dessau-Roßlau be­­kennt sich zu ihrem Theater. Wir sind auch weiterhin bereit, uns erheblich an der Finanzierung zu beteiligen, aber wir sagen auch ganz klar: Ohne ein starkes Engagement des Landes ist es eine enorme Herausforderung, so ein Haus – von dieser Größe, gleichzeitig auch von dieser Bedeutung – zu betreiben. Und es kann aus meiner Sicht nur im Landesinteresse sein, dass das Dessauer Theater so, wie es jetzt strahlt, auch zukünftig strahlen kann.“

Verwaltungsdirektor Lutz Wengler hob hervor: „Vom Ausgang dieser Verhandlungen wird abhängen, ob das Anhaltische Theater auf dem momentanen künstlerischen Niveau weiterarbeiten kann.“  Er wies darauf hin, dass sich das Theater immer stärker vernetzt in Stadt und Region, aber auch die überregionalen Partnerschaften sucht. „Das Anhaltische Theater präsentiert sich damit mehr denn je als wichtiger kultureller Motor in Sachsen-Anhalt“, so Wengler. Das Anhaltische Theater eröffnet seine 223.

Zwischen Oper,Schauspiel und Ballett

Spielzeit im September 2017 mit Verdis Oper „Otello“. Regie führt der renommierte Regisseur Roman Hovenbitzer, der zuletzt die deutsche Erstaufführung der Oper „Esclarmonde“ in Dessau inszenierte. Das Regieteam um Johannes Weigand (Bühne: Moritz Nitsche, Kostüme: Judith Fischer) setzt wieder ein Musical in Szene: Cole Porters „Kiss me, Kate“ nach Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ ist eines von vier Werken im Spielplan, die auf William Shakespeare zurückgehen.

Neben ihm und Verdis „Otello“ werden auch Otto Nicolais beliebte Spieloper „Die lustigen Weiber von Windsor“ und auf der Felseninsel Stein „Der Sturm oder Die bezauberte Insel“ von Shakespare selbst zur Aufführung kommen.

Das Kurt Weill Fest steht 2018 erstmalig unter der Intendanz von Gerhard Kämpfe, Dr. Jürgen Schebera, Markus L. Frank und Johannes Weigand. Im Rahmen des Fests wird das Schauspielensemble in der „Dreigroschenoper“ von Brecht und Weill im Großen Haus zu sehen sein.

Als Regisseur und Ausstatter konnte Ezio Toffolutti (u. a. Opéra Garnier Paris, Teatro La Fenice, Deutsche Oper Berlin, Semperoper Dresden) gewonnen werden, am Dirigentenpult der Anhaltischen Philharmonie steht Markus L. Frank. Die Anhaltische Philharmonie wird das Kurt Weill Fest mit einem Konzert eröffnen.

Der Spielplan im Musiktheater wird von Prokofjews komisch-skurriler Märchenoper „Die Liebe zu den drei Orangen“ um eine weitere Farbe ergänzt. Aus der Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ geht die Produktion der Händel-Oper „Julius Cäsar in Ägypten“ hervor.

Als Abschluss der Saison treten in der Reihe „Oper konzertant“ schließlich der Opern- und Kinderchor des Anhaltischen Theaters gemeinsam mit dem Opernchor des Theaters Magdeburg auf die Bühne, um zusammen mit dem Opernensemble und der Anhaltischen Philharmonie die große russische Oper „Fürst Igor“ von Alexander Borodin aufzuführen.

Im Alten Theater setzt Almut Fischer, seit Beginn der vergangenen Spielzeit Schauspieldirektorin und leitende Dramaturgin Schauspiel und Puppentheater, das Konzept zeitgenössischen Autorentheaters fort.  Das Schauspiel beginnt die Spielzeit mit Tom Lanoyes Monolog „Gas  – Plädoyer einer verurteilten Mutter“ am 30. September. Kurz nach der deutschen Erstaufführung zeigt das Anhaltische Theater das Stück des flämischen Autors. Stefan Weigls Bühnenadaption von Johannes Nabers vielfach ausgezeichneter Kapitalismus-Farce „Zeit der Kannibalen“ und Theresia Walsers schwarze Komödie „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ ergänzen den Spielplan der Schauspielsparte um unterhaltsame Auseinandersetzungen mit aktuellen, gesellschaftsrelevanten Themen.

Die Anhaltische Philharmonie setzt unter Markus L. Frank nach den Ausgrabungen der Jubiläumsspielzeit bewusst auf die großen Klassiker wie Beethovens „Eroica“, Brahms‘ zweite und Tschaikowskis vierte Sinfonie, die in reizvoller Weise mit Solokonzerten mit bekannten Solisten kombiniert werden sollen.

Ein besonderer Höhepunkt der Saison ist das Sonderkonzert  (26. August) anlässlich des 200. Todestages von Fürst Leopold III. Friedrich Franz in der Dessauer Marienkirche. Drei Monate später kehrt Carlos Kalmar, von 1996 bis 2000 Generalmusikdirektor der An­­haltischen Philharmonie und inzwischen in den Vereinigten Staaten beheimatet, zurück ans Dirigentenpult des Orchesters.

Im März 2018 gedenkt das Anhaltische Theater Dessau erstmalig mit einem Sinfoniekonzert im Rahmen des Kurt Weill Fests der Zerstörung Dessaus im Jahr 1945. Ballettdirektor Tomasz Kajdański hob die Bedeutung der Produktion „Junge Choreografen“ hervor. Die jungen Balletttänzerinnen und -tänzer des Anhaltischen Theaters gestalten einen eigenen Debüt-Abend als Choreografen, für die sie die Möglichkeit bekommen, sich unter der Anleitung des Chefchoreografen auszuprobieren und eigene Tanztheater-Stücke zu entwickeln.

Mit „Das Bildnis des Dorian Gray“ wird Kajdański erneut eine eigene Choreografie zur Uraufführung bringen.
Die Zuschauerzahlen des Anhaltischen Theaters Dessau, so Weigand abschließend, sind stabil. Die Basis dafür bilden nach wie vor die Abonnentinnen und Abonnenten.

Der Kartenvorverkauf für die Spielzeit 2017/18 läuft auf Hochtouren. Interessenten können sich an den bekannten Theaterkassen informieren.

Eröffnungskonzert

Am Beginn der neuen Spielzeit steht traditionell das große Eröffnungskonzert auf dem Theatervorplatz. Unter freiem Himmel sind die Anhaltische Philharmonie Dessau, der Opernchor und Solokünstler aller Sparten am 2. September ab 19 Uhr mit einem stimmungsvollen Programm zu erleben, das neugierig macht auf die Premieren der neuen Saison: Mit Ausschnitten aus Opern wie „Otello“, „Die lustigen Weiber von Windsor“ oder „Die Liebe zu den drei Orangen“, Kostproben aus dem Ballett „Das Bildnis des Dorian Gray“, aus Cole Porters populärem Musical „Kiss Me, Kate“, der legendären „Dreigroschenoper“ und vielem mehr.


 
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