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Befreierin aus  der Alkoholsucht
Foto: STEFAN JULIUS
aktualisiert am 20.10.2017 um 14:39:15

Befreierin aus der Alkoholsucht

Bitterfeld (stj). Der Bitterfelder Spatz stellt Menschen vor, die ihr Leben für andere riskieren: 

Andrea Walter (50) aus Sandersdorf ist Rentnerin und ehrenamtliche Mitarbeiterin bei der Suchtselbsthilfe des Deutschen Roten Kreuzes  (DRK) in Bitterfeld sowie Landessprecherin der Suchtselbsthilfe des Deutschen Roten Kreuzes in Sachsen-Anhalt.

Was genau machen Sie in Ihrer Organisation?
Ich organisiere Seminare, Schulungen und helfe den kranken Menschen bei Rückfällen, Problemen oder Therapien. Dazu gehört neben den Gesprächen mit den Leuten unter anderem auch, sie ins Krankenhaus zu bringen. Ich bin also Ansprechpartner für alles rund um die Suchtselbsthilfe.

Wie sind Sie dazu gekommen?
Ich bin selber trockener Alkoholiker, bin seit zehn Jahren in der Suchtselbsthilfe und seit 2013 Landessprecherin 

Wie sieht Ihre Ausbildung für diese Funktion aus?
Ich bin ausgebildeter Suchtkrankenhelfer. Dafür habe ich eine einjährige Ausbildung in Halle vom DRK aus 
absolviert.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Einsatz?
An meinen ersten Einsatz kann ich mich nicht mehr so genau erinnern, da alles so vielfältig ist.

Warum machen Sie das?
Weil ich aus eigener Erfahrung weiß wie schlimm die Krankheit ist und es von vielen als Charakterschwäche angesehen wird obwohl es eine Krankheit ist. Da kämpfe ich gegen. und weil ich mir selber helfe.

Was war Ihr bewegendster Moment?
Ein bestimmter Moment fällt mir nicht ein, allerdings verliert man immer Menschen, die an dieser Krankheit 
sterben. Das ist schon sehr traurig, denn man kann nicht alle retten.

Wie gehen Sie mit Stress im Einsatz um?
Ich beschäftige mich mit meinem Hund und gehe eine Runde.

Wie verarbeiten Sie schwere Momente?
Ich verarbeite die schweren Momente indem ich selber dann mit anderen Leuten über das Erlebte rede.

Wann sind die Einsätze?
Die Einsätze sind zu den unterschiedlichsten Zeiten. Immer wenn mich jemand braucht, die Sucht schläft nie. Erst gestern hatte mich jemand um 21 Uhr angerufen.

Gibt es Dankbarkeit? Wie äußert sich die?
Es gibt natürlich Dankbarkeit. Ich werde von vielen Menschen geschätzt und respektiert. Wenn ich selbst mal Hilfe benötige, in welcher Form auch immer, ist immer jemand für mich da. Wir sind hier eine große Familie. 

Wie reagieren Ihre Mitmenschen/Freunde/Familie?
Sie finden das was ich mache gut und dass ich aus meiner Situation das Beste mache und anderen helfe.

Was können Bürger tun, um Ihnen und Ihren Mitstreitern die Arbeit zu erleichtern?
Ich möchte, dass die Krankheit von anderen akzeptiert wird, da jeder damit in Berührung kommen kann. Davon sind alle Bevölkerungsschichten betroffen, egal ob Student, Krankenschwester, Polizist oder Firmeninhaber, sie kann jeden treffen.
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