Skyscraper
Hallo, wir sind Timothy (links) und Steven aus Bitterfeld. Wir zeigen euch heute, was uns an unserer Heimat so gefällt ...
Foto: STEFAN JULIUS
aktualisiert am 04.08.2018 um 18:59:34

Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld

Bitterfeld (red/stj/as). „Wir begeistern uns für das Boxen und trainieren seit mehreren Jahren in der Box-Abteilung des SG Chemie Bitterfeld e.V. “, sagen Steven (10) und Timothy (11) aus Bitterfeld.

Steven geht auf die Helene-Lange-Sekundarschule in Bitterfeld in die 5. Klasse und Timothy die 6. Klasse des Europagymnasiums „Walther Rathenau“. Beide trainieren bis dreimal wöchentlich das Boxen in der Sommerstraße 12, wo sich der Vereinssitz befindet. 

Jüngst feierte der SG Chemie Bitterfeld e.V. sein 70-jähriges Bestehen. 1948 wurde der Verein gegründet und besteht aus insgesamt 13 Abteilungen. Neben Boxen gibt es  Fitnesssport, Leichtathletik, Turnen, Handball, Wandern, Radwandern, Radrennen, Billard, Schach, Volleyball (Freizeit) sowie drei Freizeitsportgruppen für Frauen im Verein, der aus etwa 370 Mitgliedern besteht. Neben Boxen haben die zwei Kumpels außerdem Fußball und sich mit Freunden treffen als Hobbys. Mehrere Erfolge bei Wettkämpfen können sie zudem auch schon vorweisen. 

Über Bitterfeld fallen Steven und Timothy auf Anhieb das Rathaus mit dem Markt, die Stadtkirche, die Grüne Lunge, das Kreismuseum, der Kulturpalast, der Bitterfelder Bogen und natürlich die Goitzsche ein. „In der Grünen Lunge und auf dem Markt kann man gemütlich abhängen und sich mit Freunden treffen“, sagen die beiden Boxer.

Bitterfeld wurde bereits im Jahre 1224 erstmalig in einer Urkunde erwähnt und liegt kulturgeschichtlich gesehen im slawischen Siedlungsgebiet. Im Mittelalter ist Bitterfeld ein kleines Landstädtchen, das vom Handwerk, der Landwirtschaft und der Kunst des Bierbrauens lebt. Mehrmalig wird die Stadt durch Feuersbrünste und Kriege vollständig zerstört und von Epidemien heimgesucht. Durch den Ausgang der Völkerschlacht bei Leipzig kommt Bitterfeld zu Preußen und wird 1816 zur Kreisstadt ernannt. Ab 1839 beginnt die Braunkohleförderung auf bergmännische Weise. 

1857 erhält Bitterfeld einen Anschluss an die Eisenbahn und entwickelt sich zum Eisenbahnknotenpunkt.Die AEG bringt ab 1893 mit dem Bau einer Chloralkalielektrolyse-Anlage die Chemie nach Bitterfeld; ein namhafter Vertreter ist Walther Rathenau. Damit sind die Weichen gestellt für die Entwicklung der Bitterfelder Region zum großindustriellen Standort. Bitterfeld gehört zu den wichtigsten Zentren des Volksaufstands gegen die SED-Diktatur. Am 17. Juni 1953 demonstrierten auf dem zentralen Platz der Jugend und der Binnengartenwiese bis zu 50.000 Menschen. 

Das neue Bitterfelder Rathaus wurde von 1863 bis 1865 erbaut. Es ersetzte das alte Ratsgebäude auf dem Marktplatz. 1929 erhielt es als Schmuck zwei Figuren an der südlichen Giebelseite des Baus. Diese befinden sich auch heute noch dort. 1992/93 veränderte sich sein Bild erneut. Dem Rathaus wurde ein moderner Verbindungs-und Erweiterungsbau zudem angefügt. Hier war auch der Sitz des Bürgermeisters. 

Auf dem Bitterfelder Markt steht neben dem Rathaus die evangelische Stadtkirche Bitterfeld. Sie bestimmt mit das Bitterfelder Stadtbild und ist bereits vom weiten zu sehen. Nach einem Kirchenabriss (1905) und einem Kirchenneubau von 1905 bis 1910 wurde das Bauwerk im neogotischen Stil im gleichen Jahr auch eingeweiht. Aus der alten Kirche ist nur  die alte Kapelle aus dem späten 15. Jahrhundert erhalten geblieben. 

Diese ist heute das älteste erhaltene Bauwerk von Bitterfeld. Sie wurde in den neuen Kirchenbau eingefügt. Das Kirchenbauwerk ist so groß, das es aus Platzgründen in Nord-Süd-Richtung gebaut werden musste. Im Inneren wurde sie reich ausgemalt und mit einem Kanzelaltar versehen. Nach einer umfassenden Sanierung des Kircheninnenraums (1959/60)  umfassend saniert. 2000/2001 erfolgte dann eine Außenrestaurierung und eine Sanierung der Alten Kapelle.
Die Fensterrestaurierung wurde dann jüngst im Herbst 2009 abgeschlossen. 

Berühmt machte Bitterfeld auch der Abbau von Bernstein in der Zeit von 1974 bis 1993 im Tagebau. Der Tagebau Goitzsche war ein Tagebau des Bitterfelder Bergbaureviers zur Gewinnung von Braunkohle südöstlich von Bitterfeld und nördlich von Delitzsch. Im Gebiet rund um Bitterfeld wurde Ende des 17. Jahrhunderts die erste Braunkohle gefunden. 

Um den Abbau der Braunkohle zu ermöglichen, wurde zwischen 1949 und 1951 der Lober-Leine-Kanal gebaut, der das Wasser der beiden Bäche Lober und Leine aufnimmt und direkt in die Mulde ableitet. Während der Betriebszeit des Tagebaus wurden die Einwohner der Orte Paupitzsch, Niemegk, Döbern, Seelhausen und Teilen von Petershausen und Sausedlitz umgesiedelt. Später wurden die Orte überbaggert. Im Jahr 1991 wurde der Tagebau stillgelegt. In den folgenden Jahren wurden sämtliche Gruben rund um Bitterfeld geschlossen. Bis 1998 dauerten die Sanierungsmaßnahmen der Goitzsche. Ab 1999 wurde mit Fremdwasser aus der Mulde der Tagebau Goitzsche geflutet. Geplant war es, bis 2006 damit fertig zu sein. 

Die Jahrhundertflut im Jahr 2002 sorgte allerdings dafür, dass die Abraumhalde eher geflutet wurde. Heute findet man ein Erholungs- und Naturschutzgebiet. Natur und Chemie haben sich nach der Wende ausgesöhnt. Es entstand ein etwa 25 Quadratkilometer großer See. Der Wandel zur Industriestadt am See mit einem großen touristischen Potenzial ist vollzogen. Als Zeitzeugen des Braunkohleabbaus der einst dreckigsten Stadt Europas steht eine alte Grubenlok an der Uferpromenade oder gibt es das Bergbaumuseum (die ehemalige Trafostation) in der Halleschen Straße in Bitterfeld.

Nach der Wende wurden außerdem alle die umweltbelastenden Betriebe geschlossen. Ein großer Strukturwandel setzt in Bitterfeld und in der ganzen Region ein. Namhafte Industrieunternehmen finden für sich gute Voraussetzungen für eine Ansiedlung. Ein ChemiePark, gebildet aus 350 Firmen mit 10.000 Mitarbeitern, entsteht. 

Die Industrieanlagen sind heutzutage wohl umweltschonender und erfüllen den Slogan des ChemieParks Bitterfeld- Wolfen „Die Chemie stimmt“ mit Leben. Seit dem 01. Juli 2007 ist Bitterfeld mit der Nachbarstadt Wolfen, den Gemeinden Greppin, Holzweißig und Thalheim zur neu gegründeten Stadt Bitterfeld-Wolfen fusioniert. Im September 2009 wurde Bobbau fusioniert.

Quellen: www.bitterfeld-wolfen.de,  wikipedia.org

 
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Komm ich zeig Dir ... Bitterfeld
Kommentar abgeben

E-Paper

aktuelle Ausgabe

aktuelle E-Paper Ausgabe

E-Paper Archiv die letzten drei Ausgaben

 

Spatz Videos

Video

Video

Anzeige

Rectangel

Aktuelle Wochenangebote von ALDI

Aktuelle Wochenangebote von ALDIArchiv

Amtsblatt des Landkreises Anhalt-Bitterfeld

Amtsblatt