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Schauspieler Hans-Jürgen Müller-Hohensee (Dessau) pflegt zum Weihnachtsfest die Tradition des Stollenbackens.
Foto: Foto: privat
aktualisiert am 07.12.2019 um 14:09:13

Der Schauspieler und seine Rosinen

Dessau (ak). Man soll Stolle backen, wenn man genügend Zeit und Ruhe dafür hat und es  Spaß macht. Und den hatte Hans-Jürgen Müller-Hohensee, vielen aus seinen unzähligen Rollen (u. a. Holländer-Michel, Harpagon, Diener Firs) und Inszenierungen  auf der Bühne des Anhaltischen Theaters Dessau, aber auch aus Film und Fernsehen   („Archiv des Todes“, „Polizeiruf 110“, „Goethe“) noch gut bekannt, in diesem Jahr.

Neun Kilo Stollenteig hat  er mit viel Liebe zum Detail und  besten Zutaten in der heimischen Küche verarbeitet und daraus mehrere kleine und große, süße Backwerke für das bevorstehende Weihnachtsfest  hergestellt, die jetzt - gut verpackt - kühl lagern.



Was vielleicht nicht jeder weiß,  vor seinem Schauspielstudium in Rostock hat Hans-Jürgen Müller-Hohensee, der mit Theaterschauspielerin Christel Ortmann zusammen lebt, einen ordentlichen Handwerksberuf erlernt. In seiner Geburtsstadt Dresden wurde er zum Bäckergesellen ausgebildet und hat während dieser Zeit von August bis Anfang Dezember so manchen Stollen produziert.

Er hat es also noch drauf und verrät den Leserinnen und Lesern des Super Sonntag seine Back-Geheimnisse.

Das Wichtigste an einem guten Stollen sind die Rosinen und die müssen mindestens einen Tag lang oder über Nacht in Rum eingeweicht werden. Apfelsaft geht auch. Wichtig ist, dass die Rosinen sich lange genug vollsaugen können und die Feuchtigkeit dann beim Backen an den Teig abgeben.

Das Mehl vor der Verarbeitung sieben und das Hefestück mit der nötigen Wärme ansetzen. Alle Zutaten für den Teig dann mit den Händen kräftig und mit Freude verkneten, das sind laut Hansi - wie ihn seine Freunde nennen - auch schon die Voraussetzungen für ein gutes Gelingen beim Stollenbacken. Noch ein Tipp:  Während des Backens eine feuerfeste Form mit etwas Wasser in den Ofen geben. Gleich nachdem der noch heiße Christstollen aus dem Backofen kommt, erhält er ein Bad in reichlich flüssiger Butter. Danach kommt ebenfalls reichlich Zucker über das Gebäckstück, das dann auf einem Gitterrost auskühlen darf. Erst nach 24 Stunden bekommen die Stollen ihr weißes Kleid aus Puderzucker. Eigentlich sollen die Stollen mindestens drei, bis vier Wochen ruhen, damit die Zutaten ihre Aromen voll entfalten können. „Aber wir haben schon einen Kleinen probiert“, verrät Hans-Jürgen Müller-Hohensee. Das Ergebnis ist vielversprechend. „Wenn das Feedback in der Familie stimmt, bin ich rundum zufrieden.“


Zutaten:
1000 Gramm Mehl
500 Gramm Butter
600 Gramm Rosinen
200 Gramm Korinthen
100 Gramm Mandeln (gemahlen)
100 Gramm Zitronat (Sukkade)
100 Gramm Orangeat
150 ml Rum
2 Stück Hefe
0,25 Liter Milch
150 Gramm Zucker
1 Teelöffel Salz
1 Teelöffel (gestrichen) Kardamom
1 Päckchen Zitronenabrieb
1 Fläschchen Bittermandel Aroma
250 Gramm Butter (flüssig) zum Bestreichen
200 Gramm feinster Zucker
5 Päckchen Vanillezucker
100 Gramm Puderzucker

Zubereitung:
1.) Rosinen und Korinthen am Vortag mit Rum mischen und zugedeckt ziehen lassen.
2.) Die Hefe mit 1 Esslöffel Zucker in 3 Esslöffel warmer Milch auflösen und zugedeckt an einem warmen Ort ca. 10 - 15 Minuten gehen lassen.
3.) In der Zwischenzeit Orangeat und Zitronat fein hacken. 500 Gramm Butter schmelzen, aber nicht heiß werden lassen. Die restliche Milch ebenfalls erwärmen.
4.) 700 Gramm Mehl in eine große Schüssel sieben und eine Vertiefung in die Mitte drücken. Salz, Kardamom, Bittermandelaroma und den restlichen Zucker auf den Rand gaben.  Butter, Milch und die gegärte Hefe in die Mitte geben und kräftig miteinander verrühren, bis der Teig Blasen wirft.  Dann das restliche Mehl hinzufügen und zu einem  glatten Teig verkneten.
5.) Als letztes Zitronat, Orangeat, die gemahlenen Mandeln und die eingelegten  Rosinen und Korinthen unter den Teig arbeiten und das Ganze an einem warmen Ort zugedeckt ca. 60 Minuten gehen lassen.
6.) Den Teig in drei gleich schwere (ca. 1050 - 1100 Gramm) Stücke teilen und zu Stollen formen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und nochmals ca. 15 - 20 Minuten gehen lassen.
7.) Bei 175 Grad im vorgeheizten Backofen etwa 60 Minuten backen.
8.) Vanillezucker und den feinsten Zucker mischen. Die restlichen 250 Gramm Butter schmelzen.
9.) Die Stollen sofort nach dem Backen erst mit der flüssigen Butter bepinseln und dann die Zuckermischung darüber streuen.
10.) Nach dem Auskühlen die Stollen dick mit dem Puderzucker bestreuen.

Die Redaktion und Hans-Jürgen Müller-Hohensee wünschen gutes Gelingen und guten Appetit!
 
Der Schauspieler und seine Rosinen
Der Schauspieler und seine Rosinen
Der Schauspieler und seine Rosinen
Der Schauspieler und seine Rosinen
Locker vom Hocker erzählt Schauspieler Hans-Jürgen Müller-Hohensee (rechts) im Plauderpodcast mit Reporter Stefan B. Westphal über sein berufliches Leben. So berichtet er von seinem Rentnerdasein und den ausgiebigen Spaziergängen mit seiner Hundedame Fee. Doch auch über seine schauspielerischen Anfänge erzählt er und, dass er damals gar keine Lust hatte, den jugendlichen Liebhaber zu geben, er seine Wunschrolle jedoch nur bekam, als er auch den Romeo zusagte. Er verrät außerdem, dass er niemals nackt aufgetreten ist und wie er sich am Anfang seiner Karriere in Quedlinburg mit einem Suspensorium behalf. Zu hören gibt es die „Locker vom Hocker“-Episode auf dieser Internetseite sowie bei Spotify sowie bei Podcast-Apps auf mobilen Geräten. Foto: Anke Katte
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