Seitenwechsel mit Widersprüchen
Filmszene aus dem 1977er DEFA-Klassiker „Mama, ich lebe“.
Foto: Foto: DEFA Stiftung/Michael Goethe
aktualisiert am 16.01.2020 um 23:13:44

Seitenwechsel mit Widersprüchen

Wolfen (red). Am Dienstag, den 28. Januar läuft ab 18.30 Uhr im Hörsaal des Wolfener Rathauses (Rathausplatz 1) der DEFA-Klassiker „Mama, ich lebe“ aus dem Jahr 1977. Der Streifen, gedreht in Orwocolor, ist ein Film aus Veranstaltungsreihe „Filme wiederentdeckt“ des Fördervereins „Industrie- und Filmmuseum Wolfen“ e.V.“ mit Unterstützung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld und der Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen
 
Anschließend gibt es ein Filmgespräch mit dem Schauspieler Peter Prager. 

Der Film
Ein Kriegsgefangenenlager in der Sowjetunion. Vier junge Deutsche tauschen ihre Uniform, um an der Seite des ehemaligen Feindes für eine schnellere Beendigung des Krieges zu kämpfen. In sowjetischer Uniform fahren sie mit ihrem Betreuer im Zug an die Front. Den Mitreisenden bleibt nicht lange verborgen, dass sie Deutsche sind. Für sie ist es nicht einfach, mit der neuen Identität fertigzuwerden.
 
Im Lager wurden sie von einigen Kameraden als Verräter bezeichnet. Das Verhalten der sowjetischen Soldaten ihnen gegenüber ist unterschiedlich. Einige sind unsicher, andere betrachten sie als Gleiche. An der Front angekommen, müssen sie sich entscheiden, ob sie einen Auftrag hinter den deutschen Linien übernehmen.
 
Einer bleibt zurück. Die anderen gehen in den Wald, um sich auf den Partisanenkampf einzustellen, und begegnen plötzlich abgeschossenen deutschen Fliegern. Sie sind nicht fähig, auf die Deutschen zu schießen; ihren Betreuer Kolja kostet dies das Leben. Sein Tod löst große Betroffenheit bei ihnen aus. In der Zwischenzeit haben sich der zurückgebliebene Deutsche und die sowjetische Funkerin Swetlana ineinander verliebt.
 
Sie hält zu ihn, obwohl er von einigen Russen kritisiert wird. Schließlich entscheidet auch er sich für den Einsatz.
Mama, ich lebe (DEFA 1977, ORWOCOLOR, 103 min)

Regie: Konrad Wolf, Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase, Konrad Wolf, Kamera: Werner Bergmann, Musik: Rainer Böhm, Darsteller: Peter Prager, Uwe Zerbe, Eberhard Kirchberg, Detlef Gieß, Donatas Banionis, Margarita Terechowa, Jewgni Kindinow, Michail Wasskow, Iwan Lapikow, Norbert Christian, Jürgen Hentsch, Gerd Blahuschek, Martin Trettau

Der Hauptdarsteller
Peter Prager wurde 1952 in Leipzig geboren besuchte hier von 1972 bis 1976 die Theaterhochschule „Hans Otto“. Es folgten Engagements an den Städtischen Theatern Leipzig, am Volkstheater Rostock, dem Landestheater Altenburg und am Stadttheater Würzburg. Er spielte das klassische Rollenrepertoire von Clavigo in Goethes gleichnamigem Trauerspiel, Saladin in Lessings Parabel „Nathan der Weise“ bis zu Tiger-Brown in der„Dreigroschenoper“ von Brecht. Die Rolle des deutschen Kriegsgefangenen Becker in Konrad Wolfs Film „Mama, ich lebe“ war sein Filmdebüt und machte ihn schlagartig bekannt. Bis zum Ende der DEFA trat er in einer Reihe von sehenswerten Filmen auf: „Wengler & Söhne“, „Der Tangospieler“, „Die Lügnerin“. In den letzten Jahren hat sich Peter Prager zum begehrten und wandlungsfähigen Film- und Fernsehschauspieler entwickelt.

Information
Um eine Voranmeldung wird gebeten per Email unter: info@ifm-wolfen.de oder telefonisch 03494-636446. Die Teilnahmegebühr für diese Veranstaltung beträgt acht Euro.