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Jenny Klotsch zeigt als Henriette Amalie von Anhalt-Dessau beim Ortsrundgang durch Maxdorf unter anderem die Kirche, den Dorfteich und das alte Rittergut. Fotos: STEFAN JULIUS
aktualisiert am 11.09.2020 um 15:52:17

Ein Dorf um das alte Rittergut

Maxdorf (StJ). In der Serie „Ab ins Dorf! - Bilder und Geschichten vom Land“ zeigen bekannte Gesichter die Schönheiten ihres Ortes. In dieser Ausgabe geht es mit Jenny Klotsch (43) nach Maxdorf.

Maxdorf wurde bereits im Jahre 1166 erstmalig urkundlich erwähnt. Der Ortsname des Dorfes wandelte sich im Laufe der Jahre.
So soll Maxdorf wohl die Eindeutschung eines slawischen Namens sein, der ursprünglich wohl Maktzerbe oder Maketserve lautete. Auch Machtstorff oder Magkstorf sollen  Ende des 14. Jahrhunderts als Bezeichnung Verwendung gefunden haben.
Geografisch liegt Maxdorf zwischen Köthen (Anhalt) und Schönebeck (Elbe) am Rande des Biosphärenreservates Mittelelbe.
Im Jahre 1950 wurden die selbstständigen Gemeinden Maxdorf und Thurau nach Zabitz eingemeindet als Ortsteile. Im weiteren Zuge der Eingemeindungen bilden seit 2010 die selbstständigen Gemeinden Zabitz, Chörau, Diebzig, Dornbock, Drosa, Elsnigk, Großpaschleben, Kleinpaschleben, Libbesdorf, Micheln, Osternienburg, Reppichau, Trinum und Wulfen die neue Einheitsgemeinde Osternienburger Land.
Zu den wohl bekannten Personen Maxdorfs zählt Jenny Klotsch.
Sie ist die Geschäftsführerin vom Rittergut Maxdorf. Bei dortigen Führungen durch das hohe Haus verkörpert sie Prinzessin Henriette Amalie von Anhalt-Dessau, die vor etwa 240 Jahren in Maxdorf auf dem Rittergut lebte.
Über Maxdorf fallen Jenny Klotsch auf Anhieb natürlich die Kirche, der Dorfteich, das Kriegerdenkmal und natürlich das Rittergut ein. „Ich habe nach Maxdorf  geheiratet, da mein Mann von hier stammt und lebe hier schon seit 19 Jahren. Maxdorf hat eine große Geschichte, über die allerdings noch sehr wenig bekannt ist“, sagt Jenny Klotsch.

„Einst soll hier etwa an gleicher Stelle sogar ein Schloss im Stil des Köthener Schlosses gestanden haben Natürlich dreht sich hier in Maxdorf alles rund um das alte Rittergut.Man kann auch sagen, dass das ganze Dorf um das Rittergut herum gebaut wurde. Dessen Geschichte inklusive dem Wechsel der verschiedensten Eigentümer reicht zurück bis ins 12. Jahrhunderts- Die Geschichte der Neuzeit schreibe ich allerdings hier mit meiner Familie“, erzählt Jenny Klotsch.

„Letzter Eigentümer bis zur Enteignung nach Kriegsende 1945 war der Gutsherr Kurt Poetsch.Das Gut wurde Bestandteil der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft. Im Herrenhaus wurden Wohnungen an Familien vermietet und ein Konsum und Kulturraum untergebracht. Auch mein Ehemann Jan Klotsch, der heutige Eigentümer, ist im Herrenhaus aufgewachsen.
Seine Oma ist aus Schlesien hier her gesiedelt und fand Unterschlupf im Herrenhaus. Nach dem Auszug der Familien nach der Wende ging das Rittergut in den Besitz der Gemeinde über“, erinnert sich die Maxdorferin.  

„Als dann 2007 das historische Rittergut zum Verkauf stand, hatten wir das herunterwirtschaftete Gebäude erworben.
Zwei Jahre hatte es noch gedauert, ehe wir dann das alte Rittergut übernehmen konnten. Fünf Jahre gingen ins Land,  in denen mit sehr viel Herzblut und in Eigenregie das Rittergut Maxdorf wieder im neuen Glanze erstrahlte. Heute ist es als Ort der gehobenen Gastronomie und als  beliebtes Ausflugsziel bekannt“, berichtet Jenny Klotsch.

„Ein weiteres ganz altes Bauwerk hier in Maxdorf ist die Dorfkirche, die etwa 1150 erbaut wurde und inmitten des Dorfes steht.
Sie ist etwa auch so alt wie Maxdorf selbst. Unweit der Kirche befindet sich der Dorfteich. Er soll einst sehr für das Karpfenfischen bekannt gewesen sein und Maxdorf für die Hasenjagd. Etwa 160 Einwohner leben heute in Maxdorf. Wir als Landeier genießen hier das Landleben. Hier ist zwar nicht viel los, aber man findet hier Entschleunigung und  kommt vom Stress runter“, sagt Jenny Klotsch abschließend.




 
Ein Dorf um das alte Rittergut
Foto: STEFAN JULIUS
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