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„Licht an, bevor es ganz ausgeht!“
Die Friseure in ganz Deutschland und auch in der Region wollen auf ihre prekäre Situation der wochenlangen Schließung aufmerksam machen.
Foto: Thomas Schmidt
aktualisiert am 01.02.2021 um 15:13:55

„Licht an, bevor es ganz ausgeht!“

Auch in der Region Bitterfeld-Wolfen, Dessau-Roßlau und Köthen wird die Luft der Friseurunternehmen immer dünner. Bundesweite Aktion der Friseure soll auf die drohende Pleitewelle aufmerksam machen. 

Region (ts)
. Die rund 80.000 Salons des deutschen Friseurhandwerks sind seit dem 16. Dezember 2020 im zweiten Lockdown geschlossen. Viele Familienbetriebe im Friseurhandwerk können die damit verbundenen Umsatzverluste nicht mehr überbrücken, sie stehen vor dem existenziellen Aus. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) kämpft daher für einen Re-Start ab dem 15. Februar 2021 und ruft, alle Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber bundesweit dazu auf:
Macht vom 31. Januar auf den 1. Februar 2021 das Licht in den Salons an, bevor es ganz ausgeht! Das Licht soll 24 Stunden in den Salons brennen, um die Bevölkerung auf die dramatische Situation des Friseurhandwerks im zweiten Lockdown aufmerksam zu machen.

Auch bei der Figaro Bitterfeld GmbH möchte man sich an der Aktion des ZV beteiligen. „Es ist für uns Friseure und auch für alle Kundinnen und Kunden eine unerträgliche Situation, warum mussten wir schließen…? Es ist keine Infektion mit dem Coronavirus in einem Friseurunternehmen bekannt, wir und alle Kolleginnen und Kollegen arbeiten so steril wie in einem OP-Saal“, so die Geschäftsführerin Silvana Walter. „Wir wollen für unsere Kundinnen und Kunden sichtbar bleiben und geben nicht auf“, so Harald Esser, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks. „Wir kämpfen um unsere Existenz und wollen arbeiten. Unsere Kundinnen und Kunden warten auf uns.“, so Esser.

Auch die Kundinnen und Kunden auf der Straße sehnen sich nach einem gepflegten Haarschnitt und auch nach ihrer Friseurin oder ihrem Friseur. Auch der Zörbiger Michael Krause ist bedient, weil er seit Wochen nicht mehr bedient wird. „Ich fühle mich überhaupt nicht mehr wohl, die Regierung soll die Friseursalons endlich wieder öffnen lassen“, so der 54-Jährige. So viele Friseurinnen und Friseure wie möglich sind aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen. Kernforderungen des Friseurhandwerks sind u.a. die Überbrückungshilfen passgenau zu gestalten. Eine nachhaltige Förderung der Ausbildungsleistung notwendig, um die duale
Berufsausbildung zu sichern und auch der Chef oder die Chefin als wichtigster Mitarbeiter des Betriebs sollen berücksichtigt werden sowie die Schwarzarbeit muss gestoppt werden. Sichere Friseurdienstleistungen können die Profis unter Wahrung der Hygiene- und Arbeitsschutzstandards in den Salons bieten.

Für Friseurmeisterin Silvana Walter ist die Sache eindeutig: „Wir müssen jetzt wieder öffnen, den die Kunden wollen sich wieder wohl fühlen… schon nach der ersten Schließung sind Kundinnen und Kunden weniger zum Friseur gekommen, das bedeutet Umsatzverlust, den keiner ausgleicht!“. Friseurbetrieb aller Art sollen sich der Aktion „Licht an, bevor es ganz ausgeht!“ am 31. Januar auf den 1. Februar 2021 anschließen… getreu dem Motto: „Nur gemeinsam sind wir stark!“.

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) vertritt als Bundesinnungsverband die Gesamtinteressen des deutschen Friseurhandwerks. In ihm sind 12 Landesinnungsverbände zusammengeschlossen, deren Mitgliederbasis rund 260 Friseur-Innungen bilden. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es mehr als 80.000 Friseursalons mit über 240.000 Beschäftigten und rund 20.000 Auszubildenden.
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