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Pfarrer Ronald Höpner zeigt beim Rundgang durch die Reupziger Pfarrkirche unter anderem die Rühlmannorgel und den Altar .
Foto: STEFAN JULIUS
aktualisiert am 26.03.2021 um 17:06:53

Ein Gotteshaus inmitten alter Grabmale

Reupzig (StJ/RH/red). In der  Serie „Mein Gott - Kirchen und Pfarrer„  stellen sich die Pfarrerinnen und Pfarrer der Region mit ihren Kirchen vor. In dieser Ausgabe geht es mit Pfarrer Ronald Höpner von der Evangelische Landgemeinde St. Christophorus in die Pfarrkirche nach Reupzig.

Wie sind sie Pfarrer geworden? Wo waren  Ihre bisherigen Stationen?
Bis zum Pfarrer habe ich etwas gebraucht. Nach der Schule (POS bis 1982) habe ich erst einmal Tischler gelernt. Nach der Lehre habe ich mein Abitur auf der Abendschule „nachgeholt“ und in dieser Zeit wuchs der Wunsch Theologie zu studieren. Nachdem ich dann für 18 Monate Bausoldat war, konnte ich 1988 in Halle/Saale mein Theologiestudium beginnen. Während des Studiums ereignete sich die Wende und ich wurde dann 1995 Vikar (Vorbereitungsdienst) in Koßdorf im Süden Brandenburgs. Diese Stelle habe ich dann auch übernommen. Sie wurde auf 50 Prozent reduziert und so war ich bis 2014 dort Pfarrer.
Danach ergab sich der Wechsel nach Quellendorf, da ich aus persönlichen Gründen wechseln wollte und diese Stelle hier gerade frei geworden war. In dieser Stelle bin ich sehr warmherzig und freundlich aufgenommen worden.

Seit wann sind Sie in der Landgemeinde Pfarrer?
Seit Dezember 2014 bin ich in der Landgemeinde Quellendorf tätig. Zu dieser Gemeinde gehören seit 2006 neun Kirchen und 21 Dörfer. Eine davon ist die wunderbare Kirche in Reupzig.

Was gibt es alles in der Kirche zu Reupzig zu sehen?
Die Reupziger Kirche  ist eine der älteren Kirchen unserer Landgemeinde und steht noch auf dem aktiven Friedhof des Ortes. Der Friedhof ist einer von fünf kirchlichen Friedhöfen der Gemeinde und hat mit seinen alten Grabsteinen hinter der Kirche eine besondere Atmosphäre.

Auf verschiedenen Sockeln dieser alten Gräber standen Engel. Einen davon konnten wir vor der Zerstörung bzw. Diebstahl in die Kirche retten und er steht dort nun „im rechten Licht„. Er besteht aus Keramik von Villeroy und Boch aus Torgau und man sieht ihm sein Alter an. Aber das macht ihn nur schöner.
In der Kirche steht seit dem Sommer 2014 auch ein besonderer Altar. Auf dem Altar ist u.a. der Heilige Christophorus zu sehen. Das passt sehr gut in unserer Gemeinde, da dieser Heilige der Namensgeber der Landgemeinde St. Christophorus ist. Der Altar stammt aus Großbadegast und stand längere Zeit im Museum und ist von dort in die Reupziger Kirche gekommen. Dafür wurde eigens ein Altartisch gebaut und der Zweiflügelige Altar kommt nun in wunderbarer Weise zur Geltung und bereichert unsere Gottesdienste.

Welche Besonderheiten hat die Reupziger Kirche?
In nicht ganz so gut restauriertem Zustand wie der Altar ist unsere Orgel. Es ist eine Rühlmannorgel aus Zörbig. Auch wenn im Rahmen des Rühlmannfestivals die Orgel erklang und auch in verschiedenen Gottesdiensten darauf gespielt wird, bedarf es doch einer größeren Reparatur.
Interessant für Geschichtsinteressierte ist auch unsere Steinkanzel. Auf ihr sind einige Wappen alter Familien zu finden. Wer den Blick dann noch etwas weiter erhebt, findet eine Decke als Holztonne in einer Wölbung vor. Der gesamte Innenraum wurde 2011 im Zusammenhang einer Schwammsanierung restauriert und vor drei Jahren ist der Fußboden im Schiff zum Teil erneuert worden.

Wie wird das Reupziger Gotteshaus genutzt?
Die Gemeinde versammelt sich monatlich in der Kirche zu Gottesdiensten und Andachten. Wir feiern dort Taufen und Hochzeiten und auch Beerdigungen. Wie oben erwähnt, finden auch Konzerte mit der Orgel oder anderen Instrumenten statt. Die Kirche kann aber auch ganz persönlich für stille Momente und Gebet genutzt werden. Leider können wir sie nicht ständig geöffnet lassen, aber der Schlüssel ist im Ort zu bekommen.

Hat die momentane Situation auch Einfluss auf das Gemeindeleben?
Seit nunmehr einem Jahr leben wir auch in Reupzig mit den Einschränkungen durch Corona. Um so wichtiger ist es und um so dankbarer sind wir, dass wir uns trotz aller Beschränkungen weiterhin unter entsprechenden Hygienemaßgaben zu Gottesdiensten treffen können. Denn alle anderen Veranstaltungen müssen erst einmal ruhen. So bekommt die Kirche noch eine weitere wichtige soziale „Aufgabe“. Wir können dort Gemeinschaft erleben und mit Musik und Gebet uns gegenseitig stärken. Somit ist die Kirche nicht nur ein Gebäude, welches separat im Ort steht und den Leuten mit ihrer Turmuhr zeigt, welche Stunde geschlagen hat, sondern sie ist über all die Jahrhunderte immer noch und gerade wieder ein Ort der anteilnehmenden Begegnung für die Menschen vor Ort.
Ein Gotteshaus inmitten alter Grabmale
Ein Gotteshaus inmitten alter Grabmale
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