Skyscraper
aktualisiert am 21.01.2013 um 15:33:57

Vom Sprayer zum Künstler

Wolfen (jm). Schmierereien werden Graffitis oft genannt, wenn diese schnell an die Hauswände angebracht werden. Auch der Wolfener Mathias Wrobel begann so, bis er eines Tages erwischt wurde. Er musste als Strafe Jugendstunden im Jugendclub ableisten und dort legal ein Bild sprayen. Indirekt, so sagt er heute, hat die Jugendgerichtshilfe dadurch sein künstlerisches Schaffen gefördert.
Der Wolfener verfeinerte mit der Zeit sein können mit der Spraydose. Als Autodidakt brachte er sich dabei die technischen Kniffe und Feinheiten selbst bei.

Als im Jahr 2005 das Schablonen-Graffiti nach Deutschland kam, auch Street-Art genannt, hatte der Künstler die Möglichkeit, mit der Sprühdose auf kleiner Fläche zu arbeiten. Erst so wurden seine Kunstwerke auf Leinwand möglich.

Seine zweite große Leidenschaft ist die Fotografie. Vor allem alte Fabriken haben es dem heute 24-Jährigen angetan. Zusammen mit dem Fotografen Michael Hesselbarth und zwei weiteren Freunden zieht es ihn immer wieder zu Orten, wo „gestern“ noch gearbeitet wurde und nun der Verfall droht. Mit seiner ganz eigenen Technik möchte der junge Künstler diese Orte für die Nachwelt erhalten.

Zunächst wird das Gebäude fotografiert und anschließend am Computer in schwarz-weiß bearbeitet. So erhält der Wolfener eine Vorlage, die er ausplottet. Dabei werden die Konturen der Grafiken in eine Folie geschnitten, ohne das Trägerpapier zu beschädigen. Es folgt der mühsamste Teil. In akribischer Kleinarbeit wird mit Hilfe eines Skalpells alles ausgeschnitten, was auf der Leinwand letztendlich schwarz werden soll.
Mathias Wrobel legt dann zunächst die Schablone ein Mal auf die Leinwand auf und sprüht mit einer hellen Farbe die Bereiche, die er ausgeschnitten hat. Dann kommt die Feinarbeit an den Fassaden und der Umgebung.

Dazu verwendet er neben der Spraydose auch den Pinsel für die Details. Abschließend nutzt der Künstler wieder die Schablone, um die schwarzen Stellen zu füllen.

Reizen würde den 24-Jährigen noch Russland, Polen oder die Tschechei, denn dort findet man noch alte Architektur.

Die Werke von Mathias Wrobel und Michael Hesselbarth werden unter dem Titel „Früher Arbeitsplatz - heute Ruine“ derzeit zu den üblichen Dienstzeiten des Justizzentrums Dessau ausgestellt. Teils großformatige, mit Graffiti besprühte Leinwände mit Außenansichten, sowie Fotografien aus dem Inneren der Gebäude, die sich mit der Thematik des Verfalls aufgegebener Industriestandorte in Mitteldeutschland befassen, sind zu sehen. Wer mehr über den Wolfener Künstler erfahren möchte, kann sich im Internet unter http://www.twister-artworks.de informieren.
Foto: Michael Hesselbarth
Foto: Michael Hesselbarth
Foto: Michael Hesselbarth
Foto: Michael Hesselbarth
Foto: Michael Hesselbarth
Foto: Michael Hesselbarth
Foto: Michael Hesselbarth
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