Warnung vor Katastrophen direkt aufs Telefon
Ortwin Neuschwander (von links), Leiter des Verbindungsbüros Politik - Wirtschaft am Frauenhofer Focus, Bernhard Böddeker, amtierender Landrat des Landkreises Anhalt-Bitterfeld und Peter Ahlgrim, Vorstandsvorsitzender der Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt gaben symbolisch das Startsignal für die Katastrophenwarnung „Katwarn“.
Foto: Thomas Schmidt
aktualisiert am 30.08.2013 um 10:02:39

Warnung vor Katastrophen direkt aufs Telefon

Anhalt-Bitterfeld (red). Als erster Landkreis in Sachsen-Anhalt startete Anhalt-Bitterfeld das Warn- und Informationssystem „Katwarn“.

Der Landkreis warnt und informiert damit alle angemeldeten Bürgerinnen und Bürger in Gefahrensituationen kostenlos über eine Smartphone-App oder per SMS und E-Mail. Entwickelt wurde „Katwarn“ vom Fraunhofer-Institut Fokus, die technische Plattform stellen die Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt (ÖSA) zur Verfügung.

Ob Sturm, Blindgängerfund oder Industrieunfall - im Ernstfall zählt jede Minute, um Schäden zu minimieren. Damit die Bevölkerung schnell gewarnt und richtig informiert ist, nimmt der Landkreis Anhalt-Bitterfeld ab sofort das Warn- und Informationssystem „Katwarn“ in Betrieb. Koordiniert von der Einsatz-, Leit- und Rettungszentrale versorgt das System den Landkreis per Smartphone-App, SMS und E-Mail mit postleitzahlgenauen Warnungen und Verhaltenshinweisen.

Die Anmeldung ist freiwillig. Außer den üblichen SMS-Gebühren des Mobilfunkanbieters für die einmalige SMS-Anmeldung bei „Katwarn“ ist der Dienst kostenfrei. Zusätzlich bietet „Katwarn“ als Smartphone-App für das iPhone und Android-Smartphones weitere Funktionen wie zum Beispiel Warnungen zu „extremen Unwettern“ des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

„Katwarn ist für alle Bürgerinnen und Bürger ein Gewinn: Es warnt die Menschen zielgenau und ist kostenlos. Ein schönes Beispiel dafür, wie im Landkreis Anhalt-Bitterfeld Forschung, Wirtschaft und Politik Hand in Hand gehen!“, erklärt der amtierende Landrat Bernhard Böddeker. Als Ergänzung zu den bestehenden Warnungen durch Behörden, Polizei oder Einsatzkräfte und im Radio bietet „Katwarn“ den Feuerwehr- und Rettungsleitstellen die Möglichkeit, sich schnell und gezielt an die Bürgerinnen und Bürger zu wenden. Zum Beispiel mit Warnhinweisen wie: „Großbrand – Warnung der Feuerwehr, gültig ab sofort, für PLZ 06366, öffentliche Plätze verlassen, Fenster und Türen geschlossen halten“. Während Lautsprecherwagen der Polizei und Feuerwehr nur Personen erreichen, die sich gerade in der Nähe aufhalten, kann „Katwarn“  die Bevölkerung flächendeckend informieren.

Die Kosten für die Einführung und den Betrieb sowie für das Versenden der Kurznachrichten trägt der Landkreis, die technische Plattform stellen die Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt (ÖSA) als Beitrag für das Gemeinwohl zur Verfügung. Peter Ahlgrim, ÖSA-Vorstandsvorsitzender: „Als regional verwurzeltem Unternehmen liegen uns die Menschen im Land und ihre Sicherheit besonders am Herzen. Mit „Katwarn“  können wir helfen, mit modernstem technologischen Know-how aktuell drohende Gefahren, Schäden und möglicherweise auch Leid zu reduzieren. Das  ist im Interesse der Bevölkerung und aller am Projekt Beteiligten.“ „Katwarn“  ergänzt das Unwetterwarnsystem „Wind“, mit dem die ÖSA bereits seit mehreren Jahren Unwetterwarnungen über die modernen Medien an Kommunen geben, und stellt es auf eine breitere Basis.

„Katwarn“  wurde von den Forschern des Fraunhofer-Instituts Fokus entwickelt und ist bereits an verschiedenen Orten in Deutschland im Einsatz, zum Beispiel in Berlin und Hamburg. „Katwarn zeigt, wie Fraunhofer Fokus Forschung in die Praxis überführt, neue Technologien für die Städte der Zukunft entwickelt und vor allem den Menschen einen spürbaren Nutzen bringt“, so Fraunhofer-Mitarbeiter Ortwin Neuschwander.


Und so kann man sich bei „Katwarn“  anmelden:

„Katwarn“  als Smartphone-App

Die „Katwarn-App „gibt es kostenlos für iPhones (ab iOS 5) und Android-Smartphones (ab Version 2.3.3). Innerhalb der „Katwarn“-versorgten Landkreise und Kreisfreien Städte bietet sie ortsbasierte Warnungen und Verhaltenshinweise zum aktuellen Standort und zusätzlich zu zwei frei wählbaren „Postleitzahl-Gebieten“. Diese Auswahl kann zu jeder Zeit aufgehoben, angepasst und bei Bedarf ausgeschaltet werden.

„Katwarn“ -Warnungen per SMS und optional E-Mail

SMS-Anmeldung an die Service-Nummer 0163-755 88 42:
  • für Warnungen per SMS: „KATWARN 12345“ (Postleitzahlengebiet 12345)
  • für Warnungen per SMS und E-Mail: „Katwarn“ 12345 hans.mustermann@mail.de“ (Postleitzahlengebiet 12345)
  • Abmeldung: „Katwarn AUS“
Außer den üblichen SMS-Gebühren des Mobilfunkanbieters für die einmalige SMS-Anmeldung – bzw. Um- oder Abmeldung – ist der Warndienst kostenfrei.

Wichtig:
  • Es werden nur Postleitzahlen innerhalb der aktiven Katwarn-Gebiete berücksichtigt. (Übersicht unter www.katwarn.de). Außerhalb dieser Gebiete versendet „Katwarn“ keine Warnungen.
  • „Katwarn“  per SMS-/ E-Mail berücksichtigt nur eine Postleitzahl pro Handy. Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist optional.
  •  „Katwarn“   ersetzt nicht die lokalen Anweisungen von Behörden, Polizei oder Einsatzkräften. Ihnen ist weiterhin unbedingt Folge zu leisten.


Weitere Informationen zum Thema gibt es im Internet unter www.katwarn.de.